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Neue Tests zur Öffnungssicherheit der DIAMONDcross durchgeführt

Autor und Testpilot: Tom Grabner

Bereits bei der Entwicklung der DIAMONDcross floss das Thema Retterfraß in diverse Produktdetails ein, die nun im Laufe des Sommers mit zusätzlichen Tests, weit über Zertifizierungskriterien, verifiziert wurden.

Die gefährlichsten Situationen für einen Retterfraß sind SAT-artige Rotationen nach Verhängern. Dies wurde mit gehaltenen Klappern simuliert.  

Im Gegensatz zur dringenden Empfehlung des DHV in solchen Situationen den Rettungsschirm kräftig in Richtung Beine zu werfen, um den Retterfraß zu verhindern, wurde bei den Tests der Rettungsschirm nach dem Auslösen aus dem Gurtzeug nur fallen gelassen, um damit den ,,worst case'' zu simulieren.  

Ziel der Tests war es nachzuweisen, dass die DIAMONDcross auch in dieser Situation zuverlässig öffnet. Denn gerade in so einem Ausnahmezustand wie einem Retterwurf in einer Stresssituation darf man eine ganz gezielte Reaktion des Piloten nicht mehr erwarten.  

Das Gesamtkonzept der DIAMONDcross hat diese Aspekte der Praxis bestmöglich integriert und berücksichtigt.

Das macht die DIAMONDcross zur Rettung mit der größten Öffnungssicherheit!

DIAMONDcross Rettertest-Videos

 

Wie die Videos der Tests zeigen, sind die bei der Konstruktion der DIAMONDcross bedachten Eigenschaften im Ernstfall absolut entscheidend für eine sichere Funktion des Rettungsgerätes, obwohl sie für die Zertifizierung nicht entscheidend sind:

1) Langleinerkonzept  

Die Leinen der DIAMONDcross wurden länger ausgeführt, damit die Öffnung der Rettung in etwa am selben Radius des Hauptschirmes geschieht und nicht im Bereich der Leinen.

Die Leinenlänge des Retters hat in der Rotation so gut wie keinen negativen Einfluss mehr auf die Öffnungszeit, da das Paket sofort mit hoher Geschwindigkeit vom Piloten separiert.

2) Innencontainerdesign 

Der Innencontainer verfügt über einen separaten Verschluss der Kappe, so dass erst die Leinen gestreckt werden und erst dann die Kappe freigesetzt wird.  

Dies bewirkt eine kontrollierte Ausbringung mit hoher Separation des Retterpaketes. Das noch geschlossene Retterpaket rotiert in die gleiche Richtung wie der Hauptschirm während sich die Leinen strecken. Erst bei gestreckten Leinen und entsprechendem Sicherheitsabstand zum Hauptschirm wird die Kappe aus dem Container freigegeben.

3) Packmethode 

Durch eine besondere Packweise öffnet die DIAMONDcross verzögerungsfrei schon an der Basis, bereits bevor der Scheitel den Innencontainer verlassen hat. Je höher die Rotationsgeschwindigkeit,, umso schneller die Öffnung bei der DIAMONDcross-Packweise.

Erreicht wird dies durch ein getrenntes Einschlagen beider vorsortierter Seiten (statt dem sonst üblichen langen S-Schlag*), sowie einem Tube-Innencontainer, in den die Rettung mit kleinen stehenden S-Schlägen** gepackt wird.

4) Leinengeometrie

Die unterschiedlichen Leinenlängen (konstruktionsbedingt durch die Steuerbarkeit) fächern die Bahnen auf. Dadurch entstehen mehrere Spalten für eine verzögerungsfreie Belüftung der Retterbasis nach Verlassen des Innencontainers.


Retterfraß-Problematik konventioneller Retter, die bei der Zertifizierung nicht erkannt wird:

Gleichzeitiges Freisetzen von Leinen und Kappe 

Werden Leinen und Kappe gleichzeitig freigesetzt, wie bei vielen integrierten Gurtzeugcontainern, öffnet der Retter tendenziell schneller.  Dieser Umstand bewirkt jedoch in einer Rotation, dass sich der Retter bereits unmittelbar neben dem Piloten nach dem Wurf teilweise entfalten kann, der Retter durch den erhöhten Luftwiderstand abbremst und dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Leinen des Hauptschirmes geblasen wird. Nicht von ungefähr sind die lange Zeit beliebten Öffnungshilfen (kleine Fallschirme am Container) mittlerweile wieder vom Markt verschwunden. 

Kurze Leinen

Ein Retter mit kurzen Leinen führt zwar beim Retterwurf im Geradeausflug zu einer schnelleren Öffnung, verhindern in einer im Notfall auftretenden Rotation die ausreichende Separation der Retterkappe zum Hauptschirm. 

Langer S-Schlag

Der lange S-Schlag beim Packen wird aber aus Gründen der Gewohnheit immer noch praktiziert. Insbesondere in Rotationen kann sich der Retter um das Leinenbündel falten, wodurch sich die Belüftung der Retterbasis stark verzögert. Gerade bei niedriger Auslösehöhe kann dies dazu führen, dass der Rettungsschirm vor dem Aufprall des Piloten nicht mehr zu tragen beginnt.


* Unter einem langen S-Schlag versteht man beim Retterpacken das längsseitige ,,S''-förmige Einschlagen der Kappe.
** Unter kurzem (stehenden) S-Schlag versteht man das querseitige ,,s''-förmige Einschlagen der Kappe zum Verstauen im Container

 

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